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Unser Stall

Einleitung....

Meine Meeris hatten schon mehrere Haltungsformen... 2004, als ich ernsthaft mit der Zucht anfing, hatte ich mehrere Kaninchenställe draussen im Garten. Die Haltung an sich gefiel mir sehr gut, die Meeris waren kerngesund, munter und lebhaft, aber der Platz reichte knapp für maximal 10 erwachsene Tiere, und das ist für eine Zucht schon reichlich wenig..

Ein Jahr später erhielt ich die Möglichkeit, bei einem Bekannten, der im großen Stil Kaninchen züchtete, mir 3 große Laufboxen und 4 normale Boxen zu pachten. Leider hatte ich dort von Anfang an nur Pech. Durch mehr Platz mussten natürlich auch mehr Schweinchen her. Ich durchsuchte also das Internet und erwarb noch mehrere interessante Tiere, die nach einer Quarantänezeit in die Laufboxen integriert wurden. Von einer Züchterin kaufte ich 1 Bock, 2 erwachsene Weibchen die von dem Bock tragend waren, und ein junges Weibchen. Kurz bevor sie zu mir zogen, sagte sie mir erst für den Bock ab, weil sie ihn doch selber behalten wollte, dann für eins der großen Weibchen, weil sie plötzlich tot im Stall lag. Nun- das kommt vor, ich dachte mir nicht allzu viel dabei. So kamen dann nur 2 hier an. Ich setzte sie 4 Wochen in Quarantäne, und ca 2 Tage vor dem Geburtstermin der Kleinen hob ich die Quarantäne auf. Der größte Fehler meiner Züchterlaufbahn, wie sich herausstellen sollte....

2 Tage nach Geburt hatten die beiden Jungtiere jeweils ein Matschauge und eine Schnoddernase. Nun- auch das kommt vor, wenn die Kleinen bei kühlen Tempraturen geboren werden. Ich fuhr zum Tierarzt und sie bekammen AB. Es wurde nicht besser, das Böckchen starb. Wenige Tage später zeigten auch die Mutter und das andere Weibchen, welches mit gereist war, dieselben Symptome. Wir testeten alles, fanden nix. Mehr Tiere steckten sich an. Ich fuhr mehrmals täglich zum Stall und verabreichte Medikamente. Andere Tiere, die keinerlei Symptome zeigten, starben urplötzlich an unidentifizierbaren Dingen. Mehrere starben bei Frühgeburten, andere bei Fehlgeburten, (immer waren dabei alle babys tot), einige hatten komplett abgestorbene Organe- Leber, Niere usw, waren vertrocknet bei der Autopsie. Es wurde immer kurioser.... Ich war völlig verzweifelt. Dann; endlich kam die Diagnose: Chlamydien.... das erklärte natürlich alles... Eine Erleichterung und zugleich ein Riesen-Schock, da Chlamydien beim Meerschweinchen gänzlich unerforscht waren und gefährlich ausserdem auch für Menschen und andere Tiere- und die Chlamydien, die beim Meerschweinchen vorkommen, sich nicht nur über Berührung oder Tröpfchen verteilen- sondern im Gegensatz zu anderen Stämmen auch über die Luft! Das erklärte, warum auch die Tiere, die ich zu Hause hatte, erkrankten.... Glücklicherweise machte meine sehr engagierte Tierärztin in Bayern eine Doktorantin aus, die grad im Begriff stand, ihre Doktorarbeit über Meeri-Chlam. zu schreiben, diese junge Frau half mir sehr- und ich ihr hoffentlich auch, denn sie bekam ja alle Aufzeichnungen und Erfahrungsberichte von mir (und schließlich auch von anderen Züchtern, denn ich hatte in meiner Unwissenheit noch 2 andere Zuchten mit infiziert, und auch bei einigen anderen Züchtern traten die Viecher plötzlich auf- alle wandten sich an mich und suchten nach Infos, die es kaum gab...) Ich selbst musste in Quarantäne. Bei mir wurden jedoch keine C. nachgewiesen... Das spezielle AB schlug nun an, die Tiere wurden langsam wieder gesund, doch Horror: diese Viecher lassen sich nur zerstören, wenn die Krankheit ausbricht, ansonsten nutzt das AB einfach nix und die Meeris entwickeln höchstens eine AB-Resistenz. Also: Plan machen, bei wem ist die Krankheit akut, dann alle 3 Tage eine Spritze mit Tetracyclin / Terramycin ins Tier rein, das ganze bei jedem akut erkrankten Tier ganze fünf Mal. Sind die Tiere dann gesund, wartet man auf den zweiten Ausbruch. Bei ersten Mal erwischt mal nämlich nicht alle. Und sie brechen 2x aus, da kann man ziemlich sicher sein. Manchmal sogar 3x... Um das ganze zu beschleunigen, machte ich den Meeris richtig Stress: ich setzte sie jeden Tag um, und alles mögliche. Ganze 6 Monate brauchte ich, um die Viecher wieder auszurotten. Dieses halbe Jahr hat mich mindestens 5 Jahre meines Lebens gekostet.... Und sicher war ich mir erst, als auch noch 6 Monate später kein Fall mehr auftrat... Nachdem dann alles wieder in Ordnung war und ich aufatmen konnte, lief es einige Monate richtig nett. Dann jedoch kam eines Tages, ich glaube, es war Karfreitag 2006- die Hiobsbotschaft.... Der Mist wird ab sofort nicht mehr abgeholt. Sieh zu wo Du damit bleibst. Ab heute.
Ich versuchte 2 Wochen lang, eine realistische Möglichkeit zu finden, meinen Strohmist los zu werden, und fand keine. Mir blieb nur eine einzige Möglickeit: radikale Verminderung des Bestandes. Sofort. Ich klemmte mich ans Telefon und schaffte es, quasi über Nacht 40 Meerschweinchen zu verkaufen und zu verschenken. Einige liebe Züchterfreunde namen mir ganze Zuchtgruppen zu Schleuderpreisen ab, andere namen mehrere Tiere als frühzeitige Rentner auf, usw. ich bin wirklich dankbar, dass Ihr mir damals so geholfen habt! Nix desto trotz habe ich viele der Tiere nur unter Tränen hergeben können.....

Danach behielt ich 8 Tiere bei mir zu Hause. Doch das ging natürlich auch nicht lange gut. Es juckte in den Fingern.....
Ich machte mit meiner Zuchtpartnerin ein aAbkommen, sie nahm Zuchttiere von mir auf, und versorgte sie gegen ein Entgeld bei sich zu Hause mit. Ich fuhr mehrmals die Woche hin. Pro Weg 25km. Auf Dauer auch eine sehr unbefriedigende Lösung.....

Daher baute mein über alles geliebter Mann mir einen typischen IKEA-Pax.... 5 Etagen, die man bei Bedarf miteinander durch Rampen verbinden oder einzeln lassen kann, vorne mit Plexiglasscheiben, und davor ein Auslauf, damit das Streu nicht überall rum fliegt. (Hat übrigens nicht sehr viel gebracht...)
In deisem Schrank leben meine Meeris bis heute.... Aber...

das wird nicht so bleiben. Denn. Direkt vor unserer Haustür ist ein wirklich toller, solider, und seit 2009 ungenutzter Hühnerstall....
Und endlich- ich habe die Erlaubnis erhalten, in zu benutzen- ebenfalls dank meines Mannes.... Er ist eben doch der beste :)

Und nun gehts los:

Der Stall steht seit 2 Jahren leer. Aber Hühnermilben und solch Viehzeuch hält sich ja grade in dem Sandboden jahrelang. Eddy hat die alten Sitzstangen, und darunter die vollgesch.... Bretter raus gestemmt, ich habe die Legeplätze raus geschmissen. Wir haben alles mit nem Hochdruckreiniger gesäubert, anschliessend desinfiziert, mehrmals mit Milben-Mittel ausgesprüht in jede Ritze und alles, noch mal mit Aerosol Blau-Desinfektion drüber, damit man auch alle Stellen sieht, die man erwischt. Ich habe den alten, halb verrotteten Zaun in mühsamer Kleinarbeit entfernt und ausgebuddelt. Das Holz bekommt nun einen neuen, Meerschweinchen-verträglichen Schutzanstrich. Derzeit bin ich dabei, den gesamten Boden umzubuddeln, um in 50 cm tiefe Mardersicheren Draht auszulegen. Anschliessend bauen wir die neue Umzäunung, ringsum, sodass die Meeris tagsüber nach draussen können, wenn sie wollen. Wenn der Zaun steht, wird noch überall, sowohl innen als auch aussen, Rollrasen verlegt. Wobei es uns nicht so auf das Gras selber ankommt, wie darauf, das man eine festen, soliden Untergrund erhält. Und dann kommt der Innenausbau- darauf freue ich mich sehr! Momentan suche ich noch nach Schwachstellen, wo Raubtiere durchkommen können, ich bin da ein bissl über-pingelig, weil ich will auf keinen Fall ein Risiko eingehen! Auch wenn sich bei meiner Geschichte der Gedanke aufdrängen könnte, dass ich das züchterische Pech ja eigentlich schon aufgebraucht habe und alles nur noch 100%ig glücklich und super laufen kann. Ich fordere das Schicksal besser nicht heraus und verlasse mich lieber auf meine Gründlichkeit. So, und ab hier könnt Ihr meine Fortschritte mal mit verfolgen, und hoffentlich ganz unten schlußendlich das fertige Schweinchen-Paradies bewundern.....

So sieht der Stall nach der Reinigung und Desinfektion aus. Noch ein wenig rumpelig, aber wir haben ja grad erst angefangen....

 
Der Boden kommt noch völlig raus. In die Ecke, wo das Zeug steht, kommen die Plätze für den Quarantänestall und eine Box für Mütter/Babys. Zumindest ist es echt schon richtig schön sauber geworden....


Ein großes, doppelt verglastes Fenster sorgt für viel Licht, zudem ist das Dach auch ebenfalls aus Lichtdurchlässigem Kunststoff. Der gesamte Stall ist von aussen dick gedämmt, sodass es im Sommer immer relativ kühl und im Winter nicht unter Null grad ist. Zudem liegt der Stall so geschickt, dass die direkte Sonne immer auf die Holzverkleidung fällt, und im Auslauf immer mindestens die Hälfte beschattet ist.

 
So, der alte Zaun ist nun komplett ausgebuddelt *uff* Nun muß ich "nur" noch den verzinkten Draht unter die insgesamt 15m² Fläche unter buddeln..... Nicht grade meine Lieblingsaufgabe, aber so ist das nunmal!!!

07.05.11

Während ICH gemütlich im Büro relaxe *fg* ist mein Mann fleissig und baut das Gerüst, um den zaun später zu halten... Als ich nach Hause komme, mache ich mich natürlich auch gleich mit ans Werk und streiche den Stall von aussen...
 

08.05.11

So, als erstes zum Baumarkt, Bretter und Farbe holen, zum Zimmermann, noch einige Latten holen, und andere diverse Besorgungen, als ich endlich wieder auf der "Baustelle eintreffe, ist schon wieder einiges passiert...

Ich düse also los und organisere den Rollrasen - 15m². Und keine "Sau" packt beim einladen mit an von den Jungspunden da auf dem Hof, obwohl sie genau sehen, wie ich schon am puckeln bin...


Der Rasen wird neben dem Stall deponiert und muß warten, bis das Gerüst fertig ist. Derweil streiche ich den Stall auch von der Frontseite, denn er sieht sehr verblichen aus durch 30 Jahre Sonneneinstrahlung...
   
Vorher - Nachher. Ja, schon besser. Das Stück über dem Dach fehlt noch, die leiter ist grad besetzt :)


...streiche ich eben innen weiter. Linke Seite ist fertig, rechte Seite dürstet noch nach Lasur. Dürstet übrigens im wahrsten Sinne des Wortes- das Holz ist so spröde und ausgelaugt, das es quasi mit einem lauten Schmatzen sämtliche lasur vom Pinsel saugt...

Übrigens ging es nicht nur dem Holz an die Substanz- hier seht ihr mein Bein nach 3 Tagen Gitter-verbuddeln- das kommt vom Spaten drüber-hebeln....


So, nach einem harten Tag Arbeit sieht man deutlich die Unterschiede. Mit dem Rasen siehts doch schon echt supi aus, oder? Und es ist wirklich richtig toll geworden... OK, sieht bissl aus wie ein Fußballfeld, habe schon angeregt, paar weiße Linien drauf zu malen :)

 
Ja, innen gibts nun auch Rasen. Wir brauchen ja eine saubere Unterlage über dem alten Hühnerboden, der zwar völlig auf einem halben Meter tiefe um und um gebuddelt wurde, aber ich möchte trotzdem ne Decklage oben drauf haben.  Viel Arbeit für einen Tag. Morgen, Sonntag, gehts bissl piano weiter, weil wir nicht den zaun befestigen können- dafür müssten wir hämmern- das gibt Ärger aufm Sonntag. Ich halte Euch auf dem laufenden....



...Fertig...

So, heute haben wir den 15.05.2011.
Gestern, ungefähr um diese Zeit, waren wir mit allen bisher anfallenden Nachbesserungen fertig. Ein paar Kleinigkeiten gibt es noch zu erledigen, die zwischendurch mal mit gemacht werden. Aber nichts, was unsere Schweins davon abhält, sich bereits breit zu machen... und alles andere sind reine Schönheits-verbesserungen!
   
Fange ich mal mit den Herren an. Für 3 Böcke mit deren jeweiligen Partnern, konnten wir es möglich machen, dass auch sie sich aussuchen können, ob sie rein oder raus ins Freie möchten. Die Gehege innen haben jeweils innen Plus aussen eine Länge von 125cm und eine Breite von 45cm. Das ist ein wenig lang und schlank, aber nur so passten 3 nebeneinander. Die Klappe, die Ihr auf dem letzten Foto seht, wird nachts, wenn die Herren mit ihren Jungböcken oder Damenbesuch drinnen sind, runter gelassen. Die Jungs waren begeistert!- Und wesentlich friedlicher, als ich dachte...! Das die Klappe so schräg ist, ist weil sie nur auf einer Seite ein gehängt wird.

 
Innen ist FAST fertig. In der Ecke, wo noch der einsame, alte Käfig steht, kommt noch ein größerer, gut eingepasster Stall rein. Darunter die 130x130 Box wird in 2 Teile geteilt und auch hier werden Plätze für Böcke sein. Da ich aber momentan weder für die Boxen unten, noch für den Quarantänekäfig oben, etwas zum rein setzen habe, wird das in den nächsten Wochen irgendwann mal fertig gestellt. Derweil futtern die anderen das Gras mit weg. Übrigens eignen sich die billigen IKEA-Fußtritte nicht nur dafür, eine Futtertonne drauf zu stellen- sondern gleichzeitig perfekt als "Häuschen".
 
Eddy hat mir überall Regale und Bretter und Haken und sonstwas angebracht, um das ganze nötige Zeugs gut verstauen zu können.
 
Daylight sichert sich erstmal ausreichend Futter... Wenn das gras abgefressen ist, wird später noch eine Schicht Waldboden auf dem Boden innen im Stall verteilt und Gehwegplatten hier und da verlegt, um "trockenen" Fußes einmal quer durchs Gehege zu kommen. Bislang wird die eine dort als Ersatz-Hütte genutzt- nein, keine Angst, die ist gesichert und kann nicht umfallen!!!
 
So, hier gehts nach draussen. Die Schweinchen testen nur sehr vorsichtig, ob man den Gegebenheiten draussen vertrauen kann. Kaum eines von ihnen kennt ja bisher den "freien Himmel" (mit Gitter...). Vor Lilly hat man allerdings keine Angst. Wenn sie irgendwo stehen bleibt, wird sie auch schonmal als Hütte benutzt und schaut einen dann immer etwas irritiert mit gerunzelter Stirn an, während so ein Quietschteil unter ihren Zotteln rumwurschtelt- schade, das ich davon bislang kein Foto habe.... Und wenn sie im Weg liegt, laufen ihr die Schweinchen über die Pfoten... Lilly interessiert sich überhaupt nicht dafür, auch panikartige Fluchtversuche veranlassen sie nur dazu, sich versutzt auf den Podex zu setzen und hinterher zu schauen. Nur zanken dürfen die Schweinchen nicht, dann geht sie hin und will sich das aus der Nähe betrachten, woraufhin die dann meist gleich aufhören zu streiten...
Die Tür wird übrigens auch über Nacht zu gemacht. Eigentlich kommt etwas, das größer ist als eine Hummel, kaum rein ins Gehege, egal aus welcher Richtung, aber ich habe mich entschlossen, die Tür dennoch zu zu machen. Nächte sind lang, mein Schlaf ist tief, wer weiß was Nachts für ein Wetter wird und was hier ums Gehege rum schleicht. 
 

Hier folgen die ersten Impressionen. Wenn etwas neu gemacht wird, werde ich neue Fotos einstellen, sonst gibts einfach nur nette Gruppenbilder!
 
Daylight, Tootsie und Fioretto haben gleichmal einen auf gute Nachbarschaft getrunken... Daylights Kopf ist aber wirklich dran geblieben.... auch wenn das grad nicht so aussieht :)
 
...geteiltes Möhrchen ist halbes Möhrchen....

     
...Fredo relaxed... so ne schöne Heurolle...

 
...Nappos erster Damenbesuch...


-wieviele Schweins passen unter einen Hocker? Antwort: 17.432 wenns sein muß....


...wird fortgesetzt...

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